Mittelstandsgipfel Peak 2026
Kooperierender Mittelstand positioniert sich neu
Berlin. Zum Auftakt des diesjährigen Mittelstandsgipfel Peak, der aktuell in Berlin stattfindet, fordert der Verband eine wirtschaftspolitische Neuausrichtung des kooperierenden Mittelstands. In diesem Rahmen heißt Der Mittelstandsverbund ab sofort Bundesverband Kooperierender Mittelstand e.V. (BKM).
Die strategische Neupositionierung markiere ein neues Kapitel in der 77-jährigen Verbandshistorie und schärfe das Profil des kooperierenden Mittelstands im Wettbewerb am Wirtschaftsstandort Deutschland. „Zukunft darf nicht länger nur im Konjunktiv stattfinden. Wir müssen mehr anpacken und ausprobieren“, sagte Verbandspräsident Günter Althaus zur Eröffnung des Mittelstandsgipfels Peak 2026 am 6. Mai im Smartvillage Berlin, zu dem rund 250 Spitzenvertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft gekommen waren. „Wenn sich mittelständische Unternehmen zusammenschließen, entsteht eine Kraft, die es mit Konzernen aufnehmen kann – bei voller Wahrung der unternehmerischen Eigenständigkeit und regionalen Verwurzelung“, unterstrich Althaus.
Die Umbenennung in BKM sei dabei weit mehr als ein neues Logo: „Sie ist das Bekenntnis zur Kooperation als zentrales Erfolgsinstrument für unsere ca. 250 Mitglieder und die rund 200.000 angeschlossenen Unternehmen“, betont Althaus. In einer Phase enormer Belastungen durch hohe Energiepreise und Arbeitskosten positionierte er den kooperierenden Mittelstand als zentralen Resilienzfaktor der deutschen Wirtschaft.
Forderung nach sofortigem Bürokratieabbau
Der BKM forderte auf der Veranstaltung von der Bundesregierung ein „Wachstumsprogramm zum Nulltarif“. Statt neuer Konjunkturprogramme brauche es einen sofortigen, spürbaren Bürokratierückbau, so Althaus. „Der Mittelstand muss die Überschrift jeder Reform sein, nicht die Fußnote“. Der Verband unterstützt daher nachdrücklich Forderungen nach einer umfassenden Einkommensteuerreform, die auch Personenunternehmen wirksam entlastet, sowie eine Flexibilisierung der Arbeitszeit hin zu einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit.
Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und Beauftragte der Bundesregierung für den Mittelstand, Gitta Connemann, unterstrich in ihrem Impulsvortrag die Bedeutung des kooperierenden Mittelstands: „Kooperierender Mittelstand ist ein Alleinstellungsmerkmal und genau das, was wir aktuell brauchen. Wir haben in Deutschland eine Vertrauenskrise – auch in der Politik. Kein Mensch kann ohne Vertrauen leben, deshalb wichtig, dass der BKM mit der Neuaufsetzung seiner Arbeit Vertrauen erhält“, so Connemann. Mittelstand sei vor allem die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen – solange wir diese Substanz hätten, sei es gut um Deutschland bestellt.
Der Arbeitsmarktforscher Prof. Dr. Enzo Weber (IAB) analysierte zudem die aktuelle „Erneuerungskrise“ am Arbeitsmarkt. Der Staat müsse durch eine Verbindung von Aus- und Weiterbildung Menschen generationenübergreifend auf die stetigen Änderungen des Arbeitsmarkts vorbereiten. Hinsichtlich der Forderung nach Entbürokratisierung sieht Weber die öffentliche Verwaltung in der Bringschuld, Prozesse und Strukturen konsequent zu entschlacken. „Eine Erneuerungskrise können Sie nicht aufhalten. Dafür braucht es Bewegung und die Politik“, so Weber.