Industrieverband Schneid- und Haushaltwaren (IVSH)
Fordert praxisnahe Umsetzung des Digitalen Produktpasses
Solingen. Der Industrieverband Schneid- und Haushaltwaren e.V. (IVSH) hat sich im Rahmen der aktuellen Konsultation der Europäischen Kommission zur Ausgestaltung des Digitalen Produktpasses (DPP) Registers positioniert. Der Verband fordert praxisnahe Umsetzung und echten Bürokratieabbau.
Grundsätzlich unterstützt der Verband laut eigener Aussage die Zielsetzung des Digitalen Produktpasses, insbesondere im Hinblick auf mehr Digitalisierung, Kreislaufwirtschaft und effizientere Marktüberwachung. Gleichzeitig macht der IVSH deutlich: Entscheidend wird sein, ob der DPP in der Praxis einen echten Mehrwert schafft oder zusätzliche bürokratische Belastungen verursacht.
Aus Sicht des IVSH muss der DPP auch konsequent als Instrument zur Vereinfachung bestehender regulatorischer Anforderungen ausgestaltet werden. Bestehende Dokumentations- und Informationspflichten sollten integriert und möglichst vereinfacht werden, anstatt zusätzliche parallele Systeme zu schaffen. IVSH-Geschäftsführer Jan-Frederik Kremer sagt: „Der Digitale Produktpass kann ein wichtiger Baustein für eine moderne und effiziente Regulierung werden – aber nur, wenn er Bürokratie abbaut und nicht weiter erhöht.“
Ein zentrales Anliegen des Verbandes sei die Berücksichtigung der Besonderheiten der Konsumgüterindustrie. Die Branche ist laut IVSH geprägt von einer hohen Produktvielfalt und einer großen Anzahl kleiner und mittlerer Unternehmen. Vor diesem Hintergrund fordert der Verband eine flexible, sektorspezifische Ausgestaltung, die Einbindung von Branchenlösungen und Verbänden als neutrale Schnittstellen sowie praktikable Datenanforderungen und realistische Umsetzungsfristen.
Darüber hinaus betont der Verband die Notwendigkeit eines konsequenten Schutzes von Geschäftsgeheimnissen, insbesondere im Hinblick auf Lieferketteninformationen und produktspezifisches Know-how. Ebenso entscheidend sei die Sicherstellung eines Level Playing Fields: Die Anforderungen des DPP sollen gleichermaßen für europäische wie für außereuropäische Marktteilnehmer gelten und effektiv sowie risikoorientiert durchgesetzt werden.
Angesichts der technischen Komplexität des DPP-Systems spricht sich der IVSH für eine schrittweise Einführung aus, beginnend mit einem minimal funktionsfähigen System. Dies soll insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen ausreichend Zeit zur Anpassung geben.