Der Kreis Anja Schaible Stiftung
Forschungsprojekt Green Kitchen LAB im Fokus
Wie verändert sich die Küchenbranche, wenn Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft stärker das Konsumverhalten prägen? Mit dieser Fragestellung hat sich das Forschungsprojekt Green Kitchen LAB der Der Kreis Anja Schauble Stiftung zwei Jahre lang beschäftigt. Die Ergebnisse des 11. Forschungsprojekts werden auf der area30 vorgestellt. Im Rahmen einer Förderauszeichnung wurden die Beteiligten außerdem entsprechend gewürdigt.
Dabei geht es nicht um Marktprognosen oder fertige Küchenkonzepte. Green Kitchen LAB untersucht mögliche Entwicklungen und Szenarien, die die Branche in den kommenden Jahren verändern könnten. Es dreht sich um Forschungsgrundlagen, die neue Denkanstöße für die strategische Weiterentwicklung der Branche liefern können.
„Wir wollen mit Green Kitchen LAB nicht vorhersagen, wie die Küche der Zukunft aussehen wird. Uns geht es darum Denkmodelle zu aktivieren, die untersuchen, welche Auswirkungen ein stärkeres Nachhaltigkeitsbewusstsein auf den Verbraucher, die Küchenplanung und neue Geschäftsmodelle haben könnte“, erklärt Ernst-Martin Schaible, Vorstandsvorsitzender der Der Kreis Anja Schaible Stiftung.
Ausgangspunkt der Forschungsarbeit ist der Trend, dass sich Verbraucher zunehmend mit den Nachhaltigkeitsthemen wie Ressourcenschonung, Werterhalt und nachhaltigem Konsum beschäftigen. Somit könnte sich künftig auch die Ausgangslage beim Küchenkauf verändern. Statt über eine neue Küche nachzudenken, könnten Verbraucher zunächst prüfen, wie sich ihre bestehende Küche weiterentwickeln und verändern lässt. Neue Elektrogeräte, moderne Fronten, eine andere Arbeitsplatte oder zusätzliche Funktionen können den Startpunkt eines Beratungsprozesses bilden.
Das Green Kitchen LAB versteht Nachhaltigkeit als möglichen Impulsgeber für neue Beratungsideen, Kundenkontakte und Dienstleistungen. Die Forschungsarbeit richtet den Blick auf den gesamten Lebenszyklus einer Küche. Untersucht wurden Fragen rund um Langlebigkeit, Modernisierungsfähigkeit, Reparatur, Wiederverwendung von Komponenten sowie mögliche Ansätze einer stärkeren Kreislaufwirtschaft.
Ein Forschungsschwerpunkt befasst sich dabei mit dem Szenario „Kitchen as a Service“ (KAAS). Dahinter steht die Überlegung, Küchen als langfristig nutzbare Systeme zu betrachten, die sich über viele Jahre flexibel an veränderte Lebenssituationen und Anforderungen anpassen lassen. Ein weiterer Forschungsstrang widmet sich dem Thema NEAS – Nachhaltige Ernährung als Service. Dabei wird untersucht, wie Küchen künftig einen nachhaltigeren Umgang mit Lebensmitteln unterstützen könnten, beispielsweise durch bessere Vorratshaltung, Frischhaltung oder die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung.
Beachtlich ist dabei die Breite des Projekts: Rund 60 Studierende, Wissenschaftler, Industriepartner und Küchenspezialisten arbeiteten zwei Jahre lang gemeinsam an den Zukunftsszenarien. Beteiligt sind die Hochschule Wismar (Gestaltung), die Universität Münster (Ökotrophologie), die Möbelfachschule Köln sowie Partner aus Industrie (AEG, Ballerina Küchen, Hettich, Kesseböhmer, Rehau) und Küchenfachhandel (Küchenspezialisten Schreckenberg, Grambow & Widmer, Nagel Küchen).
Dieser interdisziplinäre Austausch ist dabei der Grundgedanke der Der Kreis Stiftungsarbeit. Wissenschaftliche Thesen treffen auf praktische Erfahrung bei Handel und Industrie, um zukünftige Entwicklungen sichtbar zu machen und bestenfalls in den Markt zu bringen. Mit Green Kitchen LAB setzt die Der Kreis Anja Schaible Stiftung ihre erfolgreiche Forschungsarbeit an der Schnittstelle von Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis fort.