Vestel – Neue Programme
„Wir wollen die Marke in Deutschland etablieren!“

Die Pläne des türkischen Herstellers Vestel erläutern Özcan Karadogan, Geschäftsführer Vestel Germany, und Henning Bodach, Key Account Manager Weiße Ware

Sebastian Lehmann (l.), Redaktionsleiter des küche&bad forum, besuchte Özcan Karadogan (Mitte), Geschäftsführer Vestel Germany, und Henning Bodach, Key Account Manager Weiße Ware, zum Interview im neuen Münchner Showroom.

Seit 1996 ist Vestel in Deutschland aktiv, vor allem als OEM-Hersteller und Inhaber von Eigen- und Lizenzmarken wie Telefunken oder Sharp Home Appliances. Bei den deutschen Endverbrauchern ist der türkische Hersteller deshalb relativ unbekannt. Das soll sich nun ändern. Was sind Ihre Pläne mit der Marke Vestel?
Özcan Karadogan: Wir wollen Vestel ganz klar langfristig als Marke in Deutschland etablieren – dies zunächst primär im Bereich Weiße Ware, egal ob Einbau- oder Standgeräte, aber perspektivisch durchaus auch in anderen Bereichen. Bei der Positionierung der Marke spielt das sehr gute Preis-/Leistungsverhältnis eine große Rolle. Gleichzeitig werden wir die Marke Vestel mit weiteren Benefits wie Serviceleistungen versehen.

Was ist darunter konkret zu verstehen?
Karadogan: Dazu zählen wir viele Dinge, die rein über ein Produkt hinausgehen, sondern das Handling so einfach wie möglich machen. Als Beispiele seien hier die optionale Garantieverlängerung, kommissionsweise Anlieferung oder auch besondere Garantieleistungen wie „vor Ort Austausch“ unter unserer Regie genannt.

Speziell der deutsche Hausgerätemarkt gilt ja als hart umkämpft.
Karadogan: Mit Vestel als Marke haben wir jedoch die Chance vertriebskanalunabhängig dauerhaft ein Lagersortiment aufzubauen und dadurch – auch in kleineren Mengen bestellbar – vorzuhalten. Das erleichtert unseren Handels- und Industriepartnern die Zusammenarbeit mit uns.

Welche Auswirkungen haben die Pläne für das OEM-Geschäft?  
Karadogan: Wir erwarten uns natürlich positive Abstrahleffekte der Marke Vestel auf OEM-Label, da wir logistisch und servicetechnisch dann breiter aufgestellt sind. Darüber hinaus haben wir so die Chance, attraktive Zusatzleistungen darstellen zu können wie man es in unserem Mutterland Türkei schon lange von uns gewohnt ist.

Welchen Stellenwert messen Sie bei diesen Überlegungen der Steigerung der Bekanntheit von Vestel dem deutschen Fachhandel zu?  
Henning Bodach: Obwohl Vestel-Produkte künftig als Multichannel-Produkte über alle Kanäle vermarktet werden sollen, legen wir einen besonderen Fokus auf den klassischen Fachhandel. Ziel ist es, ihm die Möglichkeit zu geben, unsere Produkte margensicher zu verkaufen. Daneben sollen sie von unseren Vorteilen des „Fast Trend Follower“-Konzepts profitieren. Darunter verstehen wir die Fähigkeit innerhalb kürzester Zeit auf Trends zu reagieren indem wir dann entweder neue Features in gleicher Qualität preiswerter oder technisch besser anbieten.

Wieso sollte also ein Händler Ihre Produkte in sein Portfolio aufnehmen?  
Bodach: Weil wir beste Ware zum bestmöglichen Preis anbieten. Wir können darüber hinaus auch kleinere Lieferlose bedienen. So kommt er in den Genuss aller Vorteile, die unsere OEM-Partner über die Jahre an uns schätzen gelernt haben. Und natürlich sollen unsere Alleinstellungsmerkmale und besonderen Features im Online-Handel nicht nur auf
den Preis reduziert werden – das ist die Chance des cleveren Händlers.

Ausdruck der Ambitionen sind auch der neu eröffnete europäische Showroom (Bericht auf Seite 5) auf über 900 qm in direkter Nähe zum Münchner Flughafen sowie der Vestel-Auftritt zur IFA. Warum lohnt sich ein Besuch in der Location bzw. auf dem zweitgrößten Messestand der Berliner Messe?
Karadogan: Mit unserem Messeauftritt auf der IFA stellen wir Jahr für Jahr unsere Stärke und unseren Anspruch als innovativer Technologie-Konzern unter Beweis. Der neue internationale Showroom ist eine weitere Möglichkeit dies zu untermauern und uns auch als Haus der Marken erlebbar zu machen. In vielen Disziplinen wie zum Beispiel Energieeffizienz halten wir Weltrekorde und bieten innovative Features als Alleinstellungsmerkmal. Dies ist in Teilen gar nicht bekannt und rückt oftmals zu Gunsten von Themen wie Preiswürdigkeit in den Hintergrund. Ein Besuch lohnt sich also immer.

Als nächter „big step“ steht dann die LivingKitchen an. Wie soll die Marke langfristig entwickelt werden?
Bodach: Insbesondere die Küchenindustrie, aber auch der qualifizierte Möbelhandel kennt unsere Stärken und setzt sie gewinnbringend für sich ein. Deswegen ist es enorm wichtig für uns, dem Küchen- und Möbelhandel darüber hinaus unsere gesamte Bandbreite der Möglichkeiten einer Zusammenarbeit darzustellen: Neben attraktiven Einbaugeräten können wir auch Bildschirme für Computerplanungsplätze liefern, LED-Beleuchtung für das Lager oder den Showroom, interaktive Screens für den POS bis hin zu E-Chargern auf dem Kundenparkplatz. Vermutlich sind wir einer der wenigen Hersteller, der das alles aus einer Hand anbieten kann.

Wenn Sie in fünf Jahren auf Vestel schauen, dann ... ?
Kardogan: In den nächsten fünf Jahren streben wir einen guten Platz unter den Top sieben der größten Player im Bereich Weiße Ware an. Man soll Vestel als die Alternative erfahren, die einen echten Mehrwert, zuverlässige Produkte und erstklassigen Service bietet, was sich letztlich auch auf die Zufriedenheit beim Endkunden auswirkt. Für unsere Kunden sind wir mehr als nur ein Produktanbieter – wir sind ein Partner, der Lösungen bietet.

Herr Karadogan, Herr Bodach, vielen Dank für dieses Gespräch.

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