VDM-Studie „Wohnen in Deutschland“
18,8 Millionen Menschen möchten ihre Wohnung umgestalten

Prof. Dr. Renate Köcher, Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach, präsentierte die Ergebnisse der VDM-Studie „Wohnen in Deutschland“. Fotos: VDM

Am gestrigen Montag, den 22. Oktober, wurde in den Räumen der Koelnmesse die vom Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) in Auftrag gegebene Studie „Wohnen in Deutschland“ von Prof. Dr. Renate Köcher, Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach, präsentiert. Das Branchenevent lockte rund 80 Teilnehmer an den Rhein, die sich die Ergebnisse der repräsentativen Befragung nicht entgehen lassen wollten.

Das Wichtigste aus der VDM-Studie „Wohnen in Deutschland“ finden Sie hier online und in einem ausführlichen Bericht in der November-Ausgabe des MÖBELMARKT.

Neue Sitzmöbel, Garten- und Terrassenmöbel, Küchen sowie Bäder und Betten begehrt

Der Stellenwert der eigenen, individuell gestalteten Wohnung ist groß: Entsprechend legen 79% der Bevölkerung Wert darauf, dass ihre Wohnung ganz nach ihren Bedürfnissen und ihrem individuellen Geschmack eingerichtet ist. Weiterhin ist die Mehrheit der Bevölkerung ist mit ihrer Einrichtung zufrieden, 27% jedoch – dies entspricht 18,8 Millionen Menschen – möchten ihre Wohnung gerne umgestalten. 26% aller Befragten hätten gerne eine neue Couch, 24% neue Gartenmöbel, 23% eine neue Küche und ebenfalls 23% ein neues Bad. 22% der deutschen Bevölkerung wollen gerne ein neues Bett. Objekte der Begierde sind also zurzeit vor allem Sitzmöbel, Garten- und Terrassenmöbel, Küchen sowie Bäder und Betten.

Desgin und Funktionalität schlagen Preis

Bei der Auswahl von Möbeln spielen vor allem Design, Verarbeitung, Bequemlichkeit und Funktionalität eine Rolle. Der Preis spielt heute eine geringere Rolle als noch vor einigen Jahren. Beim Geschmack gibt es in Deutschland vier große Gruppen, die einen bestimmten Wohnstil favorisieren: 29% der Bevölkerung mögen das mobile Wohnen mit leichten und flexiblen Möbeln, die man einfach mal verstellen kann und die bequem sind. 21% mögen Möbel und Einrichtungen aus dem Bereich der modernen Klassik. Solche Möbel sind eher schlicht, die Raumanmutung wirkt aufgeräumt. 20% – und vorwiegend ältere Menschen – mögen das Wohnen eher konservativ mit gediegenem Sofa, bodenständigem Design und traditionellen Heimtextilien. 14% der Bevölkerung – und hier vor allem die Jüngeren – mögen das Wohnen funktional mit modernen Möbeln und einer klaren Formensprache. Einen reduzierten und avantgardistischen Wohnstil mögen nur 9% der Menschen in Deutschland.

Herkunftsland und Marken haben als Kaufkriterien derzeit nur begrenzt Bedeutung – zwei Drittel achten bei ihren Möbelkäufen kaum auf Marken. Noch am ehesten spielen Marken beim Kauf von Küchen, Sitzmöbeln und Betten eine Rolle.

Möbelhandel bleibt wichtigste Informationsquelle

Nach wie vor ist der stationäre Handel mit Abstand die wichtigste Quelle von Information und Inspiration. Das gilt auch für die junge Generation, in der jedoch das Internet und der Austausch mit Freunden und Bekannten eine überdurchschnittlich große Rolle spielen. Insgesamt 40% zählen mittlerweile das Internet zu den besonders hilfreichen Informationsmöglichkeiten vor Möbelkäufen, in der jungen Generation sind es 63%.

In der an den Vortrag anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die deutsche Möbelbranche zusammen mit der Koelnmesse viele Ansatzpunkte sieht, um den Branchenumsatz anzukurbeln. „In Sachen Angebotspräsentation, Markenbildung oder auch mit dem Slogan ‚Made in Germany’ sollten Handlungsfelder entstehen, die Industrie und Handel gemeinsam anpacken“, summiert VDM-Geschäftsführer Jan Kurth. Vor dem Hintergrund des eher kleiner werdenden deutschen Möbelmarktes seien diese Handlungsfelder gerade auch für den Export relevant. Hierbei stehe die Koelnmesse mit ihren vielen Messen im Wohn- und Einrichtungsbereich, wie der im Januar stattfindenden imm cologne/LivingKitchen, der aktuell laufenden Orgatec, der spoga+gafa oder der Kind + Jugend hilfreich zur Seite.

In der an den Vortrag anschließenden Diskussion gingen (v.l.n.r.) Kölns Messechef Gerald Böse, VDM-Präsident Axel Schramm, Prof. Dr. Renate Köcher und Jan Kurth, Hauptgeschäftsführer von HDH und VDM, näher auf die Ergebnisse der Studie ein.

zum Seitenanfang

zurück